Seniorenheim für ehemalige Eisenbahner

geschrieben von Renate Mohr

 

 

Ein gelungener Tag des Offenen Denkmals am Bahnhof Satzkorn am 13. September 2026

Eine Gaststätte, eine Brauerei, Büros für Vereine, ein Seniorenheim für ehemalige Eisenbahner – es gab viele Ideen zur möglichen Nutzung des Bahnhofs Satzkorn. 

 

Die Satzkorner Ortschronisten hatten sich für eine dritte Präsentation ihrer Forschungsergebnisse zur Geschichte des Satzkorner Bahnhofs entschieden, aber auf einen ruhigen Tag eingerichtet. Würden überhaupt Besucher kommen? Immerhin gab es bereits zwei Ausstellungen zum Thema: 2024 vor Ort und im Januar 2026 in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam. 

Sie hatten sich gründlich verschätzt, es sollte ganz anders kommen:

Noch vor Ausstellungsbeginn um 10 Uhr -es hingen noch nicht alle Plakate am Bauzaun vor dem maroden Bahnhofsgebäude- kamen die ersten Besucher. 

 20260913_Bahner teilen Erinnerungen_©Satzkorner Ortschronisten_SusannaKrüger 

Ein ehemaliger Lokführer, eine damalige Bahnhofsmitarbeiterin, eine Frau, die hier täglich eingestiegen war. Der Besucherstrom riss nie ab: der Platz vor dem Bahnhof wurde zum nostalgischen Ort. Viele kamen aus Satzkorn, aus der näheren und weiteren Umgebung und sogar aus Berlin. Sie alle kannten den bis 1992 noch aktiven Bahnhof. Die Ausstellung wurde zum Treffpunkt der Ehemaligen: der Azubis, Stellwerker, Bewohner, sogar einer Lokführerin und der vielen Menschen, die hier ein-, aus- und umgestiegen waren. Nicht zu vergessen die Bahnfreaks und die vielen Geschichtsinteressierten – sie alle versammelten sich und traten in regen Austausch mit den Chronisten und untereinander. „Weißt du noch ...“, „Kennst Du den…“

Alle waren sich einig, dass dieser Ort mit seinen historischen Gebäuden, dem stimmungsvollen Vorplatz mit Kopfsteinpflaster und der Maulbeerbaumallee unbedingt erhalten bleiben müsse. Keinesfalls dürfe es mehr Verluste durch Abriss (die Sprengung des ehemaligen Wasserturms erfolgte am 13. September 1989) und Dacheinstürze, wie aktuell am Güterschuppen geben. Ein Bauunternehmer befürchtete, dass das Gebäude den nächsten Winter nicht überstehen würde. Viele sagten uns: lasst den Bahnhof nicht verfallen, macht etwas daraus. Ein Herr aus dem Nachbardorf, der sein Berufsleben bereits ein Stück hinter sich gelassen hatte, bot an: ich komme, ich mache alles mit, sagt bloß Bescheid. Aber lasst euch etwas einfallen.

 20260913_Grosses Intresse an der Ausstellung_©Satzkorner Ortschronisten_SusannaKrüger.jpg 

Für die Chronisten war es ein gewichtiger Tag des offenen Denkmals. Die rund 80 Besucher interessierten sich sehr für die Forschungsergebnisse. Sie waren sich einig, dass dieser geschichtsträchtige Platz und die erinnerungsbeladenen Gebäude erhalten bleiben müssen.

Wird das Gebäude irgendwann aus Bausicherheits- oder anderen Gründen abgerissen – und ein "Weiter so"  im Umgang damit führt unweigerlich zu diesem Punkt – ist es vorbei. Es bleiben Bilder und Texte. Sie sind wichtig, doch wenig im Vergleich mit dem realen historischen Ort.

Der Bahnhof gehört der Deutschen Bahn. Sie hat kein geschichtliches Interesse und die Fürsorge für den Erhalt der Gebäude aufgegeben, lässt sie verfallen. 

Was ist zu tun? Gesucht werden Ideen für ein tragfähiges Nutzungskonzept und Interessenten für das Ensemble. 

Die Besucher zum Tag des Offenen Denkmals haben es bewiesen: Der Bahnhof von Satzkorn ist nicht vergessen und muss für die Zukunft erhalten bleiben. 

 

Nächstes Jahr feiert der Bahnhof seinen 125. Geburtstag. 

Wäre eine Zukunftsperspektive vielleicht ein angemessenes Geburtstagsgeschenk!? 

 

 

 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

So, 13. September 2026

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